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Beginn der Sammlerleidenschaft

Ende der 70er Jahre stellte sich meine Bahn wie folgt dar: Relativ wenige Schienen, was aber nicht so schlimm war, da die Bahn aus Platzgründen sowieso nicht dauerhaft stehen bleiben konnte, dazu dann schon einige Autos: Meinen alten Ferrari Dino hatte ich inzwischen mit einer Ersatzkarosserie versehen, der Carrera 6 war leider wieder erheblich beschädigt und wurde ausrangiert, der Ford 3 Ltr. war auch ziemlich unansehnlich und der Porsche 911 RSR Turbo hatte auch die eine oder andere Macke, die ich notdürftig repariert hatte.

Dazu hatte ich mir inzwischen 2 der BMW CSL-Coupés gekauft, den grünen mit den schwarzen Streifen auf der Motorhaube und den orangefarbenen mit der originalen “Jägermeister”-Beschriftung.

Für den Ford 3 Ltr. wollte ich auf jeden Fall eine neue Karosserie haben, da mir das Auto immer noch ausnehmend gut gefiel. Ich ging also einmal mehr zu “Spielwaren Danhausen”, damals einem der größten Spielwarengeschäfte in Aachen und fragte nach einer Ersatzkarosserie. Leider war für den Ford keine vorrätig, das einzige, was da war und auf mein Chassis paßte, war eine Karosse des Lancia Stratos. Leider komplett weiß, ohne den roten Streifen des Serienmodells. Dies war wohl eine der Karosserien, die Carrera damals zum Selberbemalen mittels spezieller wasserfester Filzstifte anbot. Mangels Alternativen nahm ich die dann mit und “verschönerte” diese dann durch Lackieren des vorderen Lufteinlasses und der hinteren Lamellen in schwarz, so wie es auch beim Serienmodell vorzufinden war und durch das Anbringen diverser Wasserschiebebilder wie Startnummern etc. , um das Modell nicht so “nackt” dastehen zu haben. Hätte ich mal damals gewußt, was ich da für eine Rarität für knapp 20,- DM gekauft hatte! Der weiße Lancia ist eines der seltensten 124er Modelle überhaupt und wird heute zu vierstelligen Euro-Preisen gehandelt!

 

lancia_stratos_124

Absolute Rarität: Lancia Stratos von Carrera 124 ganz in weiß.

Im Prinzip hatte ich aber jetzt schon mehr Spaß daran gefunden, möglichst viele Autos zusammenzutragen, als wirklich damit zu fahren. Im Hinterkopf war immer diese latente Furcht, die schönen Modelle zu beschädigen. Wenn ich mit den Modellen fuhr, dann nur noch vorsichtig und meistens alleine, um Schäden erst gar nicht entstehen zu lassen.

Aber selbst das reichte nicht aus: Eine Ausfahrt mit meinem damals neuen BMW 3.0 CSL in Notarzt-Ausführung endete damit, daß auf den rot lackierten Seitenteilen nach nur kurzem Leitplankenkontakt (der in den engen Kurven auf der Außenbahn ohne Randstreifen kaum zu vermeiden war) ein weißer Streifen zu sehen war: Lackabrieb! Fazit: Nicht mehr mit dem Modell durch Kurve 1 fahren oder, besser: Randstreifen an die Kurven!

Denn so selten die Bahn auch aufgebaut war: Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, zumindest die Bahnstücke für eine ansprechende Bahn zusammenzukaufen um so theoretisch jederzeit mit den Autos fahren zu können. Um den nötigen Platz machte ich mir erst mal keine Gedanken.

 

Die 80er: Das Ende von Carrera 124

Anfang der 80er Jahre geriet Carrera in finanzielle Schwierigkeiten, die mit der Produktionseinstellung der einstmals so populären Serien Carrera Universal und Carrera 124 und dem Konkurs der Firma 1985 endeten.

Ich hatte inzwischen eine Freundin (mit der ich heute verheiratet bin!), die meinen Carrera-Wahn zwar nicht teilte, aber immer mit dabei war, wenn es darum ging, neue Teile für die Bahn aufzutreiben. Waren es anfangs noch Flohmärkte, auf denen man vornehmlich Kindern Bahnstücke und mehr oder weniger gut erhaltene Autos für kleines Geld abkaufen konnte, so konzentrierten wir uns nach dem Konkurs von Carrera darauf, Spielzeugläden der näheren Umgebung nach Material abzusuchen, da die Händler die “Auslaufware” möglichst schnell aus den Lagern bekommen wollten. Ich hatte ja schon den Führerschein und seit 1984 auch ein Auto und so konnten wir im Raum Aachen-Mönchengladbach-Köln schon die ein oder andere Tour zu Spielwarenläden unternehmen, wenn denn genug Geld für Carrera und vor allem das Benzin für das Auto da war!

carrera85

Schon 1985 mußte meine Freundin den Aufbau von Carrera-Anlagen in ihrem Zimmer erdulden...

In einem Laden in Stolberg, der inzwischen längst nicht mehr existiert, war zwar kein Carrera-Material mehr aufzutreiben, man sagte mir aber zu, noch ein “neues” Modell des Systems 124 bei Carrera bestellen zu können. In der Hoffnung, bei diesem Auto handele es sich um den im letzten Katalog abgebildeten 124er BMW M1, bestellte ich das Fahrzeug.

Nach ca. 2 Wochen und einigen Anrufen bei dem Laden war es dann soweit: Ich konnte mein Modell abholen! Es war aber leider nicht der M1 (der ist in der 124er-Reihe gar nicht mehr produziert worden) sondern der altbekannte Porsche 911 RSR Turbo. Neu an dem Fahrzeug war nur, daß er über keinen Fahrereinsatz mehr verfügte, dafür über dunkelblau getönte Scheiben, um eben diesen fehlenden Fahrereinsatz zu kaschieren und darüber hinaus noch mit den Felgen des BMW 3.0 CSL und einer roten Karosserie ausgestattet war.

Es schien so, als habe man bei Carrera zusammengesucht, was noch an verwertbaren Teilen da war und daraus dann dieses Modell zusammengebaut.

Wenn auch alles andere als der optische Höhepunkt der Serie dürfte der Porsche mit der Artikelnummer 40642 aber damit auch das letzte offiziell von Carrera ausgelieferte Modell des Systems 124 gewesen sein.

carrera87

Diesmal in meinem Zimmer: der rote Porsche 911 RSR Turbo mit seinem Schwestermodell in Wrangler-Ausführung.

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